Die Weltwirtschaft verliert an Tempo, aber nicht an Stabilität
Die Weltwirtschaft zeigt sich auch zur Jahresmitte 2026 bemerkenswert widerstandsfähig. Zwar haben der Nahostkonflikt und die zeitweise Blockade der Strasse von Hormus zu höheren Energiepreisen und einem erneuten Anstieg der Inflation geführt, doch die befürchtete globale Rezession konnte bislang abgewendet werden.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Die USA profitieren von ihrer vergleichsweise geringen Energieabhängigkeit sowie von hohen Investitionen in Technologie und künstliche Intelligenz. Europa leidet stärker unter den höheren Energiekosten und der schwächeren Nachfrage. Die Schweiz behauptet sich im internationalen Vergleich weiterhin gut. Die tiefe Energieintensität der Wirtschaft, ein hoher Anteil erneuerbarer Energien und die stabile Binnenkonjunktur wirken als Puffer gegen die globalen Belastungsfaktoren.
Der wirtschaftliche Gegenwind hat gegenüber Jahresbeginn zugenommen, führte aber nicht zu einer ausgeprägten Schwächephase. Entscheidend für die zweite Jahreshälfte bleibt, wie rasch sich die Energiemärkte normalisieren und ob die Investitionsdynamik rund um die künstliche Intelligenz anhält. Wir sind diesbezüglich optimistisch.
Sollte sich der Ölpreis wie erwartet wieder normalisieren, dürfte sich auch der Inflationsdruck abschwächen. Zusammen mit den anhaltend hohen Investitionen in Digitalisierung und Infrastruktur erwarten wir wieder eine etwas dynamischere Entwicklung der Weltwirtschaft.





