Zinssituation unter starker Beobachtung
Die Hoffnungen auf eine rasche Rückkehr zu sinkenden Zinsen haben sich im bisherigen Jahresverlauf nicht erfüllt. Höhere Energiepreise und ein erneuter Anstieg der Inflation haben die Notenbanken zu einer vorsichtigeren Haltung veranlasst.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den USA. Mit Kevin Warsh hat die Federal Reserve einen neuen Vorsitzenden erhalten. Die Inflation bleibt über dem Zielwert, während sich die Wirtschaft weiterhin robust entwickelt. Damit zeigt sich ein zunehmend uneinheitliches Bild der Geldpolitik.
Während Europa und Japan die Zinsen erhöht haben, bleiben die USA, Grossbritannien und die Schweiz vorerst auf Beobachtungskurs. Auffällig bleibt die Entwicklung am langen Ende der Zinskurven. Trotz weitgehend stabiler Leitzinsen verharren die Renditen langfristiger Staatsanleihen auf erhöhtem Niveau. Anleger verlangen zunehmend eine höhere Risikoprämie für langfristige Kapitalbindungen.
Für Anleger bedeutet dies ein differenziertes Umfeld. Kurze und mittlere Laufzeiten bleiben attraktiv. Insgesamt spricht vieles dafür, dass die Zinsmärkte vorerst von Stabilität geprägt bleiben, allerdings auf einem höheren Niveau, als es die Märkte zu Jahresbeginn erwartet hatten.
Mit einer allmählichen Beruhigung der Inflationsentwicklung dürften die Zentralbanken im weiteren Verlauf des Jahres wieder mehr Handlungsspielraum gewinnen. Eine Rückkehr zum Tiefzinsumfeld erwarten wir jedoch nicht.





