Vom Anlagevorschlag zur Vermögensarchitektur
Ein Praxisfall zeigt, wie sich mit dem Belvédère 360°-Ansatz eine einzelne Frage zu einer strukturierten, bankenunabhängigen und generationenfähigen Vermögensbetreuung entwickelte.
von Fabian Schulze und Alessandro Bianchi, Partner und Senior Client Advisor
Am Anfang stand keine 360°-Frage
Ganzheitliche Vermögensbetreuung beginnt selten mit einem umfangreichen Mandat. Oft beginnt sie mit einer isolierten Anfrage: Ein Wertschriftendepot soll analysiert werden, die Vermögensaufteilung muss auf die geänderte Lebenssituation angepasst werden oder jemand wünscht eine Zweitmeinung zu einer Empfehlung einer Bank.
Auch der folgende Fall aus der Praxis begann 2019 mit dem Wunsch eines Kunden nach einem Anlagevorschlag für ein Vermögensverwaltungsmandat. Der Betrag war im Verhältnis zu den übrigen Vermögenswerten überschaubar. Die eigentliche Fragestellung war es nicht, wie sich später zeigte.
Zuerst Ordnung schaffen
Wir begnügten uns deshalb nicht mit der Ausarbeitung einer Anlageidee, sondern starteten mit einer Bedürfnisanalyse. Was wünscht sich der Kunde? Wo gibt es ein Unzufriedenheiten? Welche Fragen bereiten ihm Bauchschmerzen? Danach erfolgt eine umfassende Zusammenstellung der Vermögenswerte, Kosten und Risiken.
Welche Mittel dürfen langfristig arbeiten? Und welche Themen betreffen nicht nur den Kunden selbst, sondern auch seine Familie? Diese Fragen wirken bodenständig. Sie sind aber der entscheidende Unterschied zwischen reiner Vermögensverwaltung und umfassender Vermögensarchitektur. Im konkreten Fall zeigte sich rasch: Es ging nicht um ein isoliertes Anlageproblem, es ging um Struktur, Transparenz und Entscheidungsfähigkeit.
Sein Gesamtvermögen lag im zweistelligen Millionenbereich, verteilt auf mehrere Banken und Mandate. Ein grosser Anteil lag als Liquidität brach, ohne klare Aufgabe und ohne verbindlichen Zeithorizont. Jede Bankbeziehung war für sich genommen nachvollziehbar. Was aber fehlte, war der Blick auf das Ganze.
Der Kunde war kapitalmarktaffin, beruflich stark eingebunden und stand vor einem neuen Lebensabschnitt. Damit rückten Themen wie Ruhestand, Wohnsitz, Vorsorge, Steuern, Immobilien, Familiennachfolge und laufende Ausgaben in den Vordergrund.

Vermögen braucht eine Aufgabe
Unser Ansatz war, das Vermögen nicht mehr nach Bankbeziehungen zu betrachten, sondern nach Aufgaben. Jeder Vermögensteil sollte eine klare Funktion erhalten. Was dient der Sicherheit? Was finanziert die laufenden Ausgaben? Was bildet das langfristige Fundament? Und wo ist bewusst Raum für Marktideen und Opportunitäten?
Daraus entstand eine Architektur mit klaren Bausteinen. Jeder Vermögensteil bekam eine klare Aufgabe: Flüssige Mittel für Verpflichtungen, ein global diversifiziertes Kernportfolio für den langfristigen Vermögensaufbau, spezifische Satelliten für Wachstum und ein definierter Topf für kurzfristige Marktideen des Kunden.
Der Mehrwert liegt nicht darin, möglichst viele Bausteine zu schaffen, sondern jedem Baustein eine Aufgabe, ein Risikobudget und einen Kontrollmechanismus zu geben. So wird aus einer Sammlung von Depots eine steuerbare Struktur, die dem Kunden die gewünschte Sicherheit gibt.
Vom Einzelmandat zur Familienperspektive
Mit dem Übergang in den Ruhestand wurde die Perspektive breiter. Der Kunde verlegte seinen Lebensmittelpunkt in die Schweiz, begann mit der langfristigen Finanzplanung und der Einbindung der nächsten Generation, die frühzeitig in die Überlegungen einbezogen wurde.
An diesem Punkt zeigt sich der Kern von Belvédère 360°. Wir übernehmen nicht die Rolle jedes Spezialisten, aber wir führen die relevanten Themen zusammen, koordinieren notwendige Fachpersonen und behalten die finanzielle Gesamtlogik im Auge. Anlagethemen, Rechts- oder Steuerfragen und Vorsorgeplanung werden aufeinander abgestimmt.
Gemeinsam mit der Familie wurden somit Werte, Ziele und Leitplanken schriftlich festgehalten. Daraus entstand eine Familiencharta als Orientierung für heutige und künftige Entscheide. Daraus wurde ein individuelles Anlagereglement abgeleitet, das nicht nur die operative Vermögensverwaltung geregelt, sondern auch deren Überwachungskriterien.
Umsetzung mit Disziplin und Unabhängigkeit
Erst nach dieser Vorarbeit begann die eigentliche Umsetzung. Bestehende Bankbeziehungen wurden nicht reflexartig ersetzt. Bankinfrastruktur, Konditionen und Produkte wurde auf deren Zweckmässigkeit überprüft und wenn nötig optimiert.
Als unabhängiger Vermögensverwalter können wir dies frei von Interessenskonflikten analysieren. Das schafft Handlungsspielraum. Wir nutzen bestehende Beziehungen, prüfen Alternativen und setzen dort an, wo sich für den Kunden ein konkreter Mehrwert ergibt. Die Investitionsquote wurde deshalb schrittweise erhöht und jedes Mandat in die Gesamtarchitektur eingebettet.
Das 360°-Cockpit macht Verantwortung sichtbar
Mehrere Banken können sinnvoll sein. Ohne konsolidierte Sicht erschweren sie jedoch die Steuerung. Deshalb wurde ein kundenspezifisches Reporting aufgebaut, das nicht nur die einzelnen Depotentwicklungen zeigt, sondern das Gesamtvermögen auf einen Blick sichtbar macht: Anlageklassen, Währungen, Liquidität, Kosten, Risiken, Performance, Bandbreiten und Abweichungen vom Reglement.
Für den Kunden und die Familie entsteht damit eine wertvolle Transparenz. Das 360°-Cockpit ist mehr als ein Bericht, es ist ein Steuerungsinstrument. Es zeigt, ob die Strategie eingehalten wird, ob Liquidität rechtzeitig verfügbar ist, ob Risiken gewachsen sind und ob Anpassungen notwendig werden.
Gleichzeitig schafft das Reporting Verbindlichkeit. Entscheide werden dokumentiert, Entwicklungen regelmässig besprochen und Abweichungen frühzeitig erkannt. Das ist für vermögende Familien zentral: Nicht jede Marktbewegung verlangt eine Reaktion. Aber jede Struktur braucht eine laufende Kontrolle.
Was sich verändert hat
Aus einem einzelnen Verwaltungsmandat wurde über die Jahre eine umfassende Partnerschaft. Die Investitionsquote stieg schrittweise an, stets abgestimmt auf Liquiditätsbedarf, Risikofähigkeit und Zeithorizont. Noch wichtiger als diese Zahl ist jedoch die Qualität der Entscheidungsgrundlage.
Heute weiss die Familie, welcher Vermögensteil welche Aufgabe erfüllt. Sie sieht die Risiken über alle Banken hinweg. Sie verfügt über eine Charta mit den Familienwerten und schriftlich verankerter Anlagestrategie. Sie kann Entscheide nachvollziehen und an die nächste Generation weitergeben. Und sie hat mit Belvédère eine Ansprechpartnerin, die für Struktur, Umsetzung und Kontrolle die Gesamtverantwortung wahrnimmt.
Was Belvédère 360° für unsere Kunden bedeutet
Die 360°-Sicht heisst, das Vermögen im Gesamtkontext der Lebenssituation zu betrachten. Anlagen sind wichtig, aber sie sind nur ein Teil der Lösung. Der Mehrwert besteht darin, dass sämtliche Teilbereiche einer Vermögenssituation in einer tragfähigen Struktur aufeinander abgestimmt und überwacht werden.
Unsere Rolle ist dabei klar. Wir schaffen Transparenz, bereiten die Entscheidungsgrundlagen vor, koordinieren Spezialisten und überprüfen die Umsetzung der vereinbarten Strategie laufend. Bankenunabhängig, verantwortungsbewusst, zuverlässig und mit dem Ziel, die Interessen der Familie konsequent zu wahren.
Viele 360°-Partnerschaften begannen mit einer einzelnen Frage. Genau deshalb lohnt es sich, diese ernst zu nehmen und in einen grösseren Kontext zu stellen. Die Erfahrung zeigt, dass Kundinnen und Kunden die Vorteile einer ganzheitlichen Vermögenssicht sehr schätzen, weil sie dadurch die aktuelle, wie auch die zukünftige Verwaltung ihrer Vermögen nach ihren Bedürfnissen sicherstellen können.
| Haben Sie Fragen zur ganzheitlichen Betreuung Ihres Vermögens? Fabian Schulze und Alessandro Bianchi zeigen Ihnen gerne, wie ein 360°-Ansatz für Ihre Situation aussehen könnte. Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen. |

Fabian Schulze Alessandro Bianchi





