Belvédère 360°: Disziplin und Flexibilität dank semi-institutionellem Ansatz
Von Michael Seifert, Partner und Teamleiter Kundenbetreuung Zürich
Mit wachsendem Vermögen verändern sich die Fragestellungen für unsere Kunden. Persönliche Wertvorstellungen, neue Lebenssituationen und komplexere Vermögensstrukturen verlangen mehr als nur Einzellösungen pro Thema. Immer wertvoller ist eine Gesamtsicht, welche finanzielle, unternehmerische und familiäre Aspekte verbindet. Dadurch werden die Strukturen konsequent auf die individuellen Bedürfnisse und langfristigen Ziele der Familie ausgerichtet. Auch dem Wunsch nach Diskretion und der kontinuierlichen Risikoüberwachung wird bei der Sicherung von Familienvermögen über Generationen hinweg grosse Beachtung geschenkt.
Komplexere Vermögensstrukturen lassen sich nicht allein mit einer klassischen Depotübersicht steuern. Besonders bei Trust- oder Stiftungsstrukturen müssen unterschiedliche Anlageklassen, Liquiditätsanforderungen, Risikovorgaben und langfristige Verpflichtungen in einer konsistenten Gesamtstruktur zusammengeführt werden. Entscheidend ist dabei nicht nur, welche Anlagen gehalten werden, sondern auch, welche Funktion sie innerhalb des Gesamtvermögens erfüllen sollen.
Das Vermögen einer Trust Struktur umfasst nebst Liquidität, Obligationen, Aktien und Edelmetallen üblicherweise auch Alternative Anlagen und nicht-liquide Vermögenswerte. Die einzelnen Positionen sind in der Regel nachvollziehbar. Was hingegen oft fehlt, sind verbindliche Strukturen, anhand derer das Gesamtportfolio konsistent beurteilt und gesteuert werden kann. Im Zentrum stehen dabei konkrete Fragen: Wie hoch soll die Liquiditätsreserve sein? Welche Gewichtung ist für die einzelnen Anlageklassen langfristig angemessen? Ab wann soll eine Abweichung überprüft werden? Welche Risiken werden mit einzelnen Positionen eingegangen? Welchen Beitrag leisten die verschiedenen Anlagen zur Gesamtrendite und wie verhalten sie sich zum Gesamtrisiko?
Mit unserem Belvédère 360°-Ansatz entsteht ein umfassendes Steuerungsmodell, das die individuellen Anforderungen der Trust Struktur mit einer klaren und überprüfbaren Portfolioallokation verbindet. Als erstes werden, gemeinsam mit dem Trustee, individuelle Anlagerichtlinien sowie ein Anlagereglement für das Gesamtvermögen erarbeitet. Für jede Anlageklasse werden strategische Zielgewichtungen, zulässige Bandbreiten sowie eine geeignete Benchmark festgelegt.
Dieser semi-institutionelle Ansatz übernimmt die Disziplin institutioneller Anleger, bleibt jedoch flexibler und konsequent auf die individuellen Anforderungen des Trusts und der Begünstigten ausgerichtet. Auf dieser Grundlage wird ein Portfolio in Kernanlagen und Satellitenpositionen gegliedert. Die Kernanlagen bilden das langfristige Fundament. Sie sollen die strategische Ausrichtung möglichst effizient und breit diversifiziert umsetzen. Satelliten ergänzen diese Basis gezielt. Sie können beispielsweise besondere Anlageüberzeugungen, spezifische Marktchancen oder zusätzliche Diversifikationsquellen abbilden.
Parallel zu den Anlagerichtlinien entwickeln wir ein Portfolio-Cockpit. Dieses führt die wesentlichen Informationen des Trustvermögens in einer konsistenten Gesamtsicht zusammen. Wichtig ist dabei, dass das Cockpit nicht nur die Entwicklung zeigt, sondern auch wodurch diese Entwicklung entstanden ist, also die Kontribution einzelner Anlagen sowie die Attribution gegenüber den festgelegten Benchmarks. Das Portfolio-Cockpit ist die Basis für das laufende Monitoring und die regelmässigen Besprechungen mit dem Trustee. Veränderungen werden nicht nur rückblickend dargestellt, sondern im Kontext mit der vereinbarten Strategie beurteilt. Dadurch erhalten die beteiligten Parteien eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage, auf derer sie die taktische Positionierung sowie die Risiken beurteilen können.
Die Portfoliosteuerung ist jedoch kein isolierter Prozess. Sie ist Teil eines umfassenderen Family-Office-Ansatzes. Die Anlage des Trustvermögens muss mit den langfristigen Zielen der Begünstigten, den erwarteten Ausschüttungen, den Liquiditätsbedürfnissen und den strukturellen Rahmenbedingungen abgestimmt sein. Belvédère 360° schafft hierfür die notwendige Transparenz. der Ansatz verbindet die operative Anlageebene mit der übergeordneten Vermögensplanung.
So entsteht aus einzelnen Vermögenswerten und Anlageklassen ein konsistent gesteuertes Gesamtportfolio: mit verbindlichen Vorgaben, klaren Verantwortlichkeiten und messbaren Ergebnissen, inklusive laufender Überwachung der Anlagerichtlinien. Das Vermögen der Trust-Struktur kann dadurch im Einklang mit den individuellen Zielen der Begünstigten über Generationen hinweg optimal gesteuert werden.
| Haben Sie Fragen zur ganzheitlichen Betreuung Ihres Vermögens? Michael Seifert und sein Team zeigen Ihnen gerne, wie ein 360°-Ansatz für Ihre Situation aussehen könnte. Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen. |

Michael Seifert





