>> Januar 2026: Die neuen Marktperspektiven
Rückblick und Ausblick
Das Anlagejahr 2025 hat eindrücklich bestätigt, wie widerstandsfähig Wirtschaft und Finanzmärkte selbst in einem anspruchsvollen Umfeld sein können. Die handelspolitischen Spannungen im Zuge der Trump-Agenda sorgten phasenweise für Unsicherheit, ohne jedoch nachhaltige Bremsspuren zu hinterlassen. Gleichzeitig prägten ein überraschend starker Schweizer Franken, ein deutlich schwächerer US-Dollar sowie die rasche Rückkehr zu einem Nullzinsumfeld in der Schweiz das Marktgeschehen. Trotz dieser Herausforderungen entwickelten sich die Aktienmärkte positiv, getragen insbesondere von Technologietiteln. Gold zählte zu den besten Performern des Jahres und bestätigte seine Rolle als wichtiger Stabilitäts- und Diversifikationsbaustein in Portfolios.
Der Blick nach vorne ist von einer vorsichtigen, aber klar konstruktiven Haltung geprägt. Wir erwarten global sinkende Zinsen, was die Finanzierungsbedingungen verbessert und sowohl Investitionen wie auch die Bewertung risikobehafteter Anlagen unterstützt. Ob und wie konsequent der neue Fed-Präsident den Zinssenkungszyklus vorantreibt, bleibt abzuwarten. Gleichzeitig verlangen Anleger am langen Ende höhere Risikoprämien, was für eine steilere Zinsstruktur spricht. In diesem Umfeld bleibt Gold gut unterstützt, insbesondere als Absicherung gegen geopolitische und fiskalische Unsicherheiten.
„Erfolg an den Finanzmärkten ist selten das Resultat von Gewissheit,
sondern von Überzeugung und Disziplin.“
Für Aktien insgesamt scheint das Umfeld trotz angestiegener Bewertungen weiterhin günstig, auch wenn die Ansprüche an Gewinnwachstum und Selektion deutlich gestiegen sind. Die Erwartungen an die grossen Technologieunternehmen sind hoch, doch bestehen gute Chancen, dass diese erfüllt werden. Die wiederkehrende Diskussion um eine mögliche Blasenbildung (vor allem bei KI-Titeln) scheint vorerst vertagt, solange Gewinnwachstum und Investitionen die Bewertungen stützen.
Zudem mehren sich die Anzeichen für eine schrittweise Verbesserung der Beziehungen zwischen China und den USA, was die Visibilität für globale Lieferketten und Investitionen erhöht.
Schweizer Aktien profitieren von ihrem defensiven Sektormix, soliden Bilanzen und hoher internationaler Ertragsdiversifikation. Sie bleiben damit ein stabilisierender Bestandteil von breit diversifizierten Portfolios. Emerging Markets erscheinen in diesem Umfeld ebenfalls attraktiv: Tiefere Zinsen, ein schwächerer US-Dollar und eine anziehende Nachfrage sprechen für ein konstruktives Umfeld, auch wenn die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und Regionen gross bleiben. Der Schweizer Franken dürfte insbesondere gegenüber dem US-Dollar stark bleiben und weiterhin eine zentrale Rolle im Portfoliokontext spielen.
Nicht zuletzt bestehen berechtigte Hoffnungen auf ein Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Ein solches Szenario könnte den Weg für umfangreiche Investitionsprogramme in Europa ebnen und eine neue Aufbruchstimmung auslösen. Gerade in diesem Spannungsfeld aus Unsicherheit und Chancen bleibt es entscheidend, Portfolios bewusst zu strukturieren, flexibel zu bleiben und Opportunitäten aktiv zu nutzen.
Giorgio Saraco,
Partner, Leiter Asset Management





